Zukunft Oper – Hauptspielstätte, Zürich / Schweiz
Medienmitteilung des Opernhauses Zürich und des Kantons Zürich, 6. November 2026
Startschuss zu «Zukunft Oper»: Beginn des Projektwettbewerbs
Nach mehrjähriger Vorbereitung beginnt heute der Wettbewerb zum Bauprojekt «Zukunft Oper» des Opernhauses Zürich und des Kantons Zürich. Der bestehende Erweiterungsbau – im Volksmund «Fleischkäse» genannt – soll durch einen Neubau ersetzt werden.
Um auch in Zukunft Oper und Ballett in herausragender Qualität anbieten zu können, muss das Opernhaus Zürich saniert und erweitert werden. An einem der schönsten städtischen Plätze in Zürich und in der Schweiz entsteht die Chance für einen prägenden Neubau, der das Stadtbild und das Opernhaus aufwertet und weiterentwickelt. Planungsteams aus der ganzen Welt können sich ab heute (6. November) im Rahmen des Projektwettbewerbs für diese Aufgabe bewerben.
Offenes Haus für alle
Der künftige Erweiterungsbau soll ein Gebäude für alle sein: Eine Terrasse und ein «Open Foyer» sind frei zugänglich, laden zum Verweilen ein und bieten Einblicke in den Alltag des Opern- und Ballettbetriebs.
Das Bauprojekt soll die Zukunftsfähigkeit des Opernhauses über die nächsten 60 bis 90 Jahre als lebendiges, identitätsstiftendes und offenes Haus für Oper und Tanz sicherstellen.
Matthias Schulz, Intendant des Opernhauses: «Gerade in einem digitalisierten Umfeld wächst die Sehnsucht nach authentischen Erlebnissen, nach dem Echten. Im Opernhaus kommen Menschen zusammen, nehmen die Musik und das Geschehen sehr körperlich wahr – als Live-Erlebnis und enthoben vom Alltag. Diese Kunstform ist hochaktuell, die Kraft von Oper und Ballett wächst, wie auch die aktuelle Auslastung von über 90 Prozent im Opernhaus zeigt. ‘Zukunft Oper’ bietet die Chance, Zürich einen offenen Kulturort zu geben, der diese einzigartige Erfahrung auch für künftige Generationen ermöglicht und sichert.»
Betriebliche Verbesserungen
Im Zuge des Projekts soll die betriebliche Situation des Opernhauses verbessert werden. Die Kulturinstitution am Sechseläutenplatz leidet seit Jahren an logistischen Problemen und einem gravierenden Platzmangel. Arbeitsplätze entsprechen teils nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen, die betrieblichen Abläufe sind ineffizient.
Die offene Anlieferung von Bühnenelementen über die Falkenstrasse und die zu geringen Lagerflächen stellen derzeit besonders grosse Herausforderungen dar. Das Wettbewerbsprogramm sieht eine unterirdische Anlieferung und deutlich grössere Lagerflächen vor.
Geplant sind auch eine neue Montagehalle, Anpassungen der Garderoben, eine Laborbühne sowie zusätzliche Probe- und Musikzimmer. Das Bernhard Theater bleibt innerhalb des Hauses bestehen. Geprüft werden auch Möglichkeiten, die Akustik im Altbau mit baulichen Massnahmen zu verbessern. Im Untergrund des Erweiterungsbaus soll die so genannte «Wanne» erhalten bleiben, welche die Untergeschosse vor dem hoch stehenden Grundwasser schützt.
Markus Notter, Verwaltungsratspräsident der Opernhaus Zürich AG: «Der Kanton Zürich hat der Opernhaus Zürich AG die Aufgabe übertragen, ein Musiktheater und Ballett von herausragender Qualität mit internationaler Ausstrahlung zu betreiben. Im Rahmen der gesetzlich geforderten langfristigen Investitionsplanung hat der Verwaltungsrat das Sanierungs- und Neubauprojekt gestartet, um die Oper zukunftsfähig zu machen und den Auftrag des Kantons auch weiterhin erfüllen zu können.»
Anonymisiertes Wettbewerbsverfahren
Das Wettbewerbsprogramm basiert auf den insgesamt vier Machbarkeitsstudien, die in den letzten Jahren erstellt wurden – die vierte wurde diesen Sommer abgeschlossen. Auch die Erkenntnisse aus dem Dialogverfahren mit der breiten Bevölkerung und wichtigen Stakeholdern (2023) sowie aus dem Jugendarchitekturwettbewerb (2025/26) flossen in das Programm mit ein. Dabei wurde insbesondere der Wunsch nach öffentlich zugänglichen Bereichen zum Ausdruck gebracht.
Das Verfahren wird als selektiver, einstufiger Projektwettbewerb durchgeführt. Zunächst werden aus allen Bewerbungen maximal 25 Teams ausgewählt (Präqualifikation). Danach wählt die Jury, die vom emeritierten ETH-Professor Vittorio Magnano Lampugnani präsidiert wird, in einem anonymisierten Verfahren das Siegerprojekt aus. Mit der Bekanntgabe des Siegerprojekts ist Ende 2027 zu rechnen. «Der Projektwettbewerb soll für die betrieblichen Bedürfnisse des Opernhauses und für die städtebauliche Gestaltung die besten Lösungen finden», sagt Kantonsbaumeister Beat Pahud.
Das Projektteam geht von einer Bauzeit von 4 bis 6 Jahren aus. In dieser Zeit wird ein Spielbetrieb am Sechseläutenplatz nicht möglich sein. Um der Bevölkerung in dieser Zeit weiterhin Oper und Ballett zu bieten, wird der Spielbetrieb in eine Interimsspielstätte verlagert. Zu möglichen Objekten sind derzeit Abklärungen im Gang. Der Baubeginn könnte nach aktueller Planung im Jahr 2034 erfolgen, Möglichkeiten eines früheren Beginns werden geprüft.
Mitfinanzierung durch Stiftung
Die Kosten des Projekts können erst dann berechnet werden, wenn das Siegerprojekt vorliegt und die Interimsspielstätte bestimmt ist. Basierend auf der vierten Machbarkeitsstudie werden die Baukosten auf 500 Millionen Franken geschätzt, wovon knapp die Hälfte auf die Instandsetzung und Aufwertung des Altbaus entfallen dürfte. Hinzu kommen die Interimsspielstätten für Opernhaus und Bernhard Theater, deren Kosten derzeit auf rund 100 Millionen Franken geschätzt werden.
Die Finanzierung des Projekts erfolgt über eine Public Private Partnership, einer Kooperation zwischen öffentlicher Hand, Sponsor:innen und privaten Spender:innen. Zu diesem Zweck wurde im Jahr 2023 die «Stiftung Zukunft Opernhaus Zürich» gegründet, die eine namhafte finanzielle Zuwendung an das Projekt anstrebt.
Regierungsrätin Jacqueline Fehr, die Vorsitzende des Spezialausschusses des Verwaltungsrates für das Projekt «Zukunft Oper»: «Dieses Projekt ist eine zweifache Chance: Wir lösen endlich die seit Jahren drängenden logistischen und betrieblichen Probleme des Hauses und schaffen gleichzeitig einen einladenden, offenen Ort für die gesamte Bevölkerung am See.»
Bilder des Opernhauses sind unter folgendem Link abrufbar: www.picdrop.com/opernhauszuerich/V11mPcNbtV
Fotos der Medienkonferenz werden am Nachmittag ergänzt.
Download Wettbewerbsprogramm: https://www.opernhaus.ch/opernhaus-zuerich/zukunft-oper/projektwettbewer...
Kontakt für Rückfragen:
Thomas von Grünigen, Kommunikationsverantwortlicher «Zukunft Oper», Opernhaus Zürich
thomas.vongruenigen@opernhaus.ch
Telefon: +41 44 268 65 83
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Press release by the Zurich Opera House and the Canton of Zurich, 6 November 2026
Kickoff for “Zukunft Oper” project competition to determine future of the Zurich Opera House
After several years of preparation, the competition for the “Zukunft Oper” construction project, organized by the Zurich Opera House and the Canton of Zurich, begins today. The current extension to the building – commonly known as the Fleischkäse or “meatloaf” – is to be replaced by a new building.
In order to continue offering top-quality opera and ballet performances in the future, the Zurich Opera House must be renovated and expanded. An opportunity is arising on one of the most beautiful urban squares in Zurich, and in Switzerland, to build a new landmark that will enhance and transform the cityscape and the opera house. Beginning today, November 6, design teams from around the world can apply to take part in the project competition.
A building open to everyone
The future extension is intended to be a building for everyone: a terrace and an open foyer will be open to the public, inviting visitors to linger and offering them a glimpse into the day-to-day workings of the opera and ballet.
The construction project is intended to ensure the opera house’s long-term viability over the next 60 to 90 years as a vibrant, identity-defining, and inclusive venue for opera and dance.
Matthias Schulz, artistic director of the opera house: “Especially in a digital world, people increasingly yearn for authentic experiences, for something real. At the opera house, people come together and experience the music and the performance in a very physical way – as a live experience that takes them away from everyday life. This art form is highly relevant, and the power of opera and ballet is growing, as the fact that the opera house is currently more than 90 percent full also shows. ‘Zukunft Oper’ offers the opportunity to give Zurich an open cultural venue that secures this unique experience for generations to come.”
Operational improvements
One aim of the project is to improve the operational situation of the opera house. The cultural institution situated at Sechseläutenplatz has been struggling for years with logistical problems and a severe lack of space. Certain workspaces no longer meet legal requirements, and operational processes are inefficient.
The open-air delivery of stage elements via Falkenstrasse and the lack of storage space currently pose particularly significant challenges. The design competition brief calls for an underground loading area and significantly larger storage spaces.
Plans also include a new assembly hall, improved dressing rooms, a laboratory stage, as well as additional rehearsal and music rooms. The Bernhard Theater will remain within the building. Ways to improve the acoustics in the old building with structural measures are being explored as well. In the basement of the extension, the structure known as the Wanne or “trough” is to be preserved; it protects the lower levels from high groundwater levels.
Markus Notter, chair of the Board of Directors of Opernhaus Zürich AG: “The Canton of Zurich has entrusted Opernhaus Zürich AG with the task of operating a music theater and ballet company of outstanding quality with international standing. As part of the legally mandated long-term investment planning, the Board of Directors has launched the renovation and new construction project to secure the long-term viability of the opera house and to ensure it continues to fulfill the canton’s mandate.”
Blind selection process
The competition brief is based on a total of four feasibility studies conducted in recent years – the fourth of which was completed this summer. The brief also incorporated insights from the dialogue process with the general public and key stakeholders (2023) as well as from the youth architecture competition (2025/26), in particular to address the desires expressed for publicly accessible areas.
The process will be conducted as a selective, single-phase project competition. First, up to 25 teams will be selected from all the applications (pre-qualification). The jury, chaired by Vittorio Magnano Lampugnani, professor emeritus at ETH, will then select the winning project through a blind selection process. The winning project is expected to be announced in late 2027. “The aim of the design competition is to identify the best solutions for the opera house’s operational needs and for its urban design,” says Cantonal Master Builder Beat Pahud.
The project team estimates that construction will take four to six years, during which time it will not be possible to hold performances at Sechseläutenplatz. In order to continue offering opera and ballet to the public during this period, performances will be moved to a temporary venue. Potential locations are currently being assessed. According to current plans, construction may begin in 2034; options for an earlier start are being explored.
Co-funding by the foundation
The project costs cannot be calculated until the winning proposal has been selected and the temporary venue has been determined. Based on the fourth feasibility study, construction costs are estimated at 500 million Swiss francs, of which just under half is expected to be allocated to the restoration and renovation of the historic opera building. Added to this are the temporary venues for the opera house and the Bernhard Theater, the costs of which are currently estimated at around 100 million Swiss francs.
The project will be funded through a public-private partnership between the public sector, sponsors, and private donors. To this end, the Stiftung Zukunft Opernhaus Zürich was established in 2023. The foundation’s goal is to raise a substantial amount of funding for the project.
Executive Councilor Jacqueline Fehr, chair of the Board of Directors’ special committee for the “Zukunft Oper” project: “This project presents a twofold opportunity. We will finally resolve the logistical and operational problems that have plagued the venue for years, while at the same time creating a welcoming, open space by the lake for the entire community.”
Photos of the opera house are available via the following link: www.picdrop.com/opernhauszuerich/V11mPcNbtV
Photos from the press conference will be added this afternoon.
Download design competition brief: https://www.opernhaus.ch/opernhaus-zuerich/zukunft-oper/projektwettbewer...
Contact for inquiries:
Thomas von Grünigen, Communications Manager «Zukunft Oper», Opernhaus Zürich
thomas.vongruenigen@opernhaus.ch
Telefon: +41 44 268 65 83
